Phantagon en blog

Themen

2020

2019

2018

2017

2016

2015

2014

2013

Okt 10. ’2018.45 Uhr

10. Stilgebot für guten Text: 
Meide Schachtelsätze.

Je weniger Einschiebsel, desto klarer der Text.

Schachtelsätze sind ein Erbe des vermaledeiten Kanzleistils. Den habe ich in meinen Stilgeboten für Textschaffende ja schon mehrfach an den Pranger gestellt. Laut Duden Universalwörterbuch ist ein Schachtelsatz ein »langer, kompliziert gebauter Satz mit mehrfach untergeordneten Nebensätzen«. Damit widersprechen die meisten Schachtelsätze schon per se dem vierten Stilgebot »Fasse dich kurz«.

Obwohl Schachtelsätze bei vielen Lesern eine Menge Chaos im Kopf anrichten, müssen sie sich an die Gesetze der Grammatik halten. Häufig macht die Vielzahl der Einschiebsel sie nahezu unverständlich. Dieser Artikel möchte Sie für die Stilsünde langer Schachtelsätze sensibilisieren. Zudem lernen Sie, wie Sie Ordnung in derlei verbales Chaos bringen. (Genau dies veranschaulicht übrigens das obige Bild der fraktalen Strukturen, die eine Mandelbrot-Menge umgeben.) So viel vorweg: Meist erfordert dieses Ordnen, den Schachtelsatz in seine Bestandteile zu zerlegen und sie danach wieder zu mehreren Einzelsätzen zusammenzufügen.

Das Amtsstuben-Monstrum

In der Umgangssprache sind Schachtelsätze eher selten anzutreffen. Zumindest so monströse Exemplare, wie ich Sie Ihnen gleich vorführen werde. Deshalb sind es vor allem die Texter des geschriebenen Worts, die unseren sprachlichen Alltag mit ihren unnötigen Einschiebseln verkomplizieren.

Schriftsprache und Umgangssprache sind wie die zwei Ufer ein und desselben Flusses: Beide folgen demselben Weg. Manche Texter und Sprecher schlagen Brücken über den Informationsfluss und es kommt zu einem Austausch zwischen den beiden Seiten. Im Idealfall befolgen Textschaffende dann das zweite Stilgebot: »Schreib wie du sprichst«. Leider erobert die sperrige Sprache der Amtsstuben und Juristen – der Kanzleistil – auch öfters mal das Ufer der Alltagssprache. Stellen Sie sich einmal vor, Sie würden Ihrem Chef nach einem Rüffel antworten:

Ihr Verweis, mit dem Sie mein wiederholtes Zuspätkommen, das infolge unverschuldeter Verspätungen der Deutschen Bahn, die ja hinlänglich für ihre freizügige Auslegung des Fahrplans, der sich obendrein jedes Jahr ändert, bekannt ist, zustande gekommen ist, gerügt haben, entbehrt jeder realistischen Einschätzung der Imponderabilien, mit denen sich Arbeitnehmer, die bewusst auf ein eigenes Auto, das die Klimaerwärmung, die ein katastrophales Ausmaß erreicht hat, noch verschärft, verzichten, herumschlagen.

Dieses verbale Monstrum ist Amtsdeutsch in Reinkultur. Sie hätten Ihrem Chef ebenso gut in Mandarin antworten können, er würde Sie nicht schlechter verstehen. Ein derart komplexer Satzbau überfordert den Verstand der meisten Menschen. Das durchschnittliche Gehirn kann die beim Verschachteln des Satzes entstehenden vielen losen Fäden am Ende der Einschübe nicht mehr zusammenfügen. Vermutlich hätten Sie Ihre Verteidigung ohnehin anders formuliert. Vielleicht so:

Ich finde Ihre Beschwerde nicht ganz fair. Ja, ich bin mehrfach unverschuldet zu spät gekommen. Ich bitte Sie aber auch, die Unwägbarkeiten der Öffis realistisch einzuschätzen. Sie wissen, dass ich auf die Deutsche Bahn angewiesen bin. Die ist ja hinlänglich für ihre freizügige Auslegung des Fahrplans bekannt, der sich obendrein jedes Jahr ändert. Damit müssen sich Arbeitnehmer ohne eigenes Auto nun mal herumschlagen. Ich verzichte trotzdem bewusst darauf, weil es das katastrophale Ausmaß der Klimaerwärmung noch verschärft.

In dieser Form kommt Ihr Plädoyer für mehr Flexibilität zugunsten eines kleineren ökologischen Fußabdrucks doch viel besser rüber, finden Sie nicht? Statt eines monströsen Schachtelsatzes verwenden Sie mehrere kleinere Sätze. Sie haben außerdem auf das furchtbare Fremdwort »Imponderabilien« verzichtet und einige Hauptwörter durch Verben ersetzt. Selbst wenn Sie Ihre Verteidigung in eine E-Mail schreiben müssten, brauchten Sie kein Wort zu ändern. Ob Ihr Chef die stilistisch ausgefeilte Ausrede akzeptiert, ist trotzdem nicht sicher.

Bei Politikern mag die durch Schachtelsätze entstehende Verwirrung durchaus gewollt sein. Als man Horst Seehofer 2019 wegen der verschärften Sicherheitsgesetze kritisierte, gab er dies sogar offen zu. Die Vertreter der Presse fanden es bedenklich, dass sie zukünftig per Staatstrojaner ausspioniert werden durften. Darauf erklärte der Innenminister den staunenden Journalisten, wie man ein umstrittenes Gesetz leichter auf den Weg bringt, ohne gleich vom Gegenwind des Protests umgeblasen zu werden. Er sagte sinngemäß, der Verfasser müsse die Paragrafen möglichst kompliziert formulieren. »Dann fällt es nicht so auf«, so Seehofer.

Die meisten beim Texten entstehenden Schachtelsätze dienen nicht der Verschleierung im Seehofer’schem Sinn. Manche Schreiber produzieren kilometerlange, raffiniert verschachtelte Sätze in dem Irrglauben, sich damit zu hohem literarischem Niveau aufzuschwingen. Selbst wenn dies stimmte, schmeichelt derlei elitäres Gehabe nur der eigenen Eitelkeit. Das Publikum ist einfach nur verwirrt.

Relativ schwierig

In den meisten Fällen sind Schachtelsätze das Ergebnis verfehlter Erziehung zu sprachlich gutem Stil. Oft zerstören Versäumnisse in der (Hoch)Schule das Sprachgefühl fürs ganze Leben – wenn man nicht gegensteuert. Aber der 5. Klasse lernen Kinder, was ein Relativsatz ist und dass er zwingend ein Komma erfordert. Sie pauken also formale Regeln zur Grammatik. Der Umgang mit den Stilregeln ist seitens der Lehrer eher lax.

Ein Relativsatz besteht aus einem Satzgegenstand, auf den der Texter oder Sprecher in einem Nebensatz Bezug nimmt. Der Zweck des Konstrukts besteht meist darin, die Eigenschaft einer Person oder Sache genauer zu beschreiben. Relativsätze zu benutzen ist zwar kein schlechter Stil, jedoch sollten Sie maßvoll damit umgehen. Anders als Einschiebsel stören angehängte Nebensätze den Lesefluss kaum oder gar nicht:

Dieselben Informationen lassen sich auch ohne Relativsätze vermitteln, oft sogar kürzer:

Beim Texten eingeschobener Nebensätze ist die Gefahr des Schachtelstils ungleich größer. Dies zeigt das Beispiel zu Beginn des Artikels. Dieser nahezu unverständliche Schachtelsatz entsteht ausschließlich durch Bezüge auf vorangehende Hauptwörter (Substantive). Das im Deutschen oft erst am Ende eines Satzes auftretende Verb rückt bei dieser Art des Satzbaus oft weit vom Subjekt des Satzes weg. Selbst wenn der Texter dies wie im folgenden Beispiel vermeidet, spannt der Schachtelsatz den Leser dennoch auf die Folter:

Als das Feuer ausbrach, fand der Besucher, der beim Aufstehen am Morgen mit allem gerechnet hatte, nur nicht damit, zum Glück ein sicheres Versteck.

Was fand der Besucher? Den Tod? Einen Asbestanzug? Eine Feuerleiter? Gar ein grauenvolles Ende? Der Texter steigert wohl eher unfreiwillig mit seinem vertrackten Satzbau die Spannung. Dazu hätte es aber keines Schachtelsatzes bedurft. Folgende drei Sätze erzählen dieselbe Geschichte mindestens ebenso dramatisch, zumal der Leser im Text schneller vorankommt.

Ein Feuer brach aus! Beim Aufstehen am Morgen hatte der Besucher mit allem gerechnet, nur nicht damit. Zum Glück fand er ein sicheres Versteck.

Eingeschobene Verwirrung

Oftmals benutzen Texter und Sprecher Beisätze (Appositionen), um ein Beziehungswort näher zu beschreiben. Auch solche durchaus nützlichen Einschübe verleiten nicht selten zu Stilsünden. Wie beim Relativsatz bergen sie die Gefahr, das Beziehungswort zu weit vom Rest des Hauptsatzes abzuspalten. Das mag vor allem Leser im Internet abschrecken, die einen Text eher oberflächlich »scannen«, statt ihn hoch konzentriert zu lesen. Wenn der Texter dann gleich mehrere Beisätze aneinanderreiht, verspielt er vollends die Geduld seines Publikums. Wie viel Lust aufs Weiterlesen hat der Besucher einer Webseite noch, wenn er folgenden, vor Appositionen überquellenden Schachtelsatz liest?

Mit dem edlen Parfüm OVID, der jüngsten Kreation von Timini, dem weltweit führenden Hersteller exklusiver Düfte, des wohl sinnlichsten Ausdrucksmittels von Individualität, ist uns ein großer Wurf gelungen.

Auch dieser Schachtelsatz lässt sich durch Auseinandernehmen und neues Anordnen ansprechender und kürzer gestalten:

Mit OVID ist uns ein großer Wurf gelungen. Ein edles Parfüm ist der wohl sinnlichste Ausdruck von Individualität. OVID ist die jüngste Kreation von Timini, dem weltweit führenden Hersteller exklusiver Düfte.

Merken Sie sich bitte für Relativsätze wie auch für Appositionen und für die gleich noch zu besprechenden trennbaren Zeitwörter eine Faustregel:

Wenn Sie mitten in einen Hauptsatz oder eine Satzaussage eine Ergänzung einfügen, sollte diese aus nicht mehr als fünf Wörtern bestehen.

Sehen wir uns einmal am Beispiel des trennbaren Verbs »abschlagen« an, wie sich eine Missachtung dieser Leitlinie auswirkt:

Wenn Ihnen die Vorsilbe »ab« zum Verb »abschlagen« am Ende der drei Sätze vorkommt wie ein abgeschlagener und davongerollter Kopf, braucht Sie das nicht zu beunruhigen. Ihr Sprachempfinden ist völlig normal. In den ersten zwei Beispielen reißen Nebensätze die große Lücke zwischen den beiden Teilen des getrennten Zeitworts. Beispiel Nr. 3 ist ein kaum weniger unschöner Klemmstil. Noch nie gehört? Dann beleuchten wir diese stilististische Schluderei einmal etwas genauer:

Ziemlich verklemmt

Meine eindringliche Warnung vor verschachtelten Sätzen könnte uns auf die Idee bringen, die gewünschten Ergänzungen dem Hauptsatz einfach ohne Punkt und Komma »unterzujubeln«. Bevor wir mit der Lektüre dieses Artikels begonnen haben, hätten wir vielleicht geschrieben:

Unsere Seife, für die wir ausschließlich Oliven aus Biokulturen verwenden, unterstützt die natürliche Regeneration der Haut.

Jetzt texten wir:

Unsere mit ausschließlich aus Biokulturen stammenden Oliven hergestellte Seife unterstützt die natürliche Regeneration der Haut.

Wir haben die Information zum nachhaltigen Anbau also zwischen »uns« und die »Seife« geklemmt. Ob das besser lesbar oder wenigstens stilistisch ansprechender ist – bitte urteilen Sie selbst. Es ist nicht in jedem Fall verkehrt, kürzere Ergänzungen ins Satzgefüge einzuschieben. Obigen Aussage lässt sich auch einfacher formulieren:

Unsere zu 100 % aus Bio-Oliven hergestellte Seife unterstützt die natürliche Regeneration der Haut.

In dieser Form würden die meisten Leser die eingeklemmte Ergänzung vermutlich klaglos durchwinken. Alle Beispiele benutzen für den Satzbau das gleiche Prinzip, aber in unterschiedlich stark ausgeprägter Form. Dieser sogenannte »Klemmstil« ist mit Schachtelsätzen insofern eng verwandt, als beide Konstrukte sinntragende Wort- und Satzbestandteile zerreißen. Oder genauer gesagt:

Unter einer Klemmkonstruktion versteht man das Einkeilen von Ergänzungen vor dem Hauptwort.

Anders als ein Schachtelsatz kommt eine Klemmkonstruktion dabei ganz ohne Kommas aus (oder wenn Sie es gern intellektuell mögen: ohne Kommata). Abgesehen davon bringt der Klemmstil aber oft keine Abhilfe, sondern führt eher zu einer Verschlimmbesserung. Bei einer Klemmkonstruktion drängt sich das Einschiebsel vor das Hauptwort (Nomen oder Substantiv). Dadurch driftet es weg von dem vorausgehenden Artikel (der, die, das, einer, eine, eines etc.) oder Possessivpronomen (meine, deine, unsere etc.). Dies veranschaulicht der folgende Satz, in dem sich zwölf Wörter zwischen den Artikel »der« und das Nomen »Mann« quetschen:

Der von dem mit der in dem Landkreis verbreiteten Tollwut infizierte Hund gebissene Mann.

Alles verstanden? Zugegeben, der Satz ist schrecklich. Aber Extreme verdeutlichen Schwächen am einfachsten. Zugleich lässt sich daran aber auch die Abhilfe demonstrieren. Vielleicht so:

Ein mit Tollwut infizierter Hund hat den Mann gebissen. Die Krankheit ist im Landkreis verbreitet.

Statt die Hauptaussage und die Beifügungen also zu verschachteln, lassen sie sich auch in logischer Folge aneinanderfügen. Sofern sinnvoll, sollte dies in eigenständigen Sätzen geschehen. Kurze Sätze sind in aller Regel leichter zu lesen und zu verstehen.

Verbale Trennkost

Stilistisch überaus hässlich sind trennbare Verben, zwischen deren Vorsilbe und Hauptteil der Schreiber ganze Nebensätze klemmt: »fuhren … ab«, »sahen … zu«, »lernten … dazu«, »nahmen … ab«. Meist sorgt ein Umbau des Satzes für Abhilfe. Manchmal verbessert auch ein einfacheres, nicht trennbares Zeitwort den Stil. Und oft kann man auf die Vorsilbe des Verbs sogar ganz verzichten. Wie Sie »verklemmte« Sätze auf diese Weise »entspannen«, zeigen die folgenden vier Beispiele:

Verklemmt:

Entspannt:

Eine kaum noch zu überbietende Stilsünde sind zudem Klemmkonstruktionen zwischen verschiedenen Verhältniswörtern (Präpositionen). Darunter verstehen wir Wörter, die ein Bezugswort zu einer anderen Aussage des Satzes zeitlich, örtlich, ursächlich oder den Modus betreffend in Beziehung setzen. Wir verwenden Präpositionen täglich in Formulierungen wie »bezüglich der Planung«, »anstelle des Chefs« oder »abzüglich der Mehrwertsteuer«. Das ist grundsätzlich auch nicht verkehrt. Mit der Aussage »Wir essen gegen eins.« kommen die meisten Zuhörer und Leser gut zurecht. Mittels Klemmstil aufgemotzt können wir daraus aber auch sprachliche Ungetüme wie dieses erschaffen:

Mit vor nichts Halt machender krimineller Energie haben von ab und zu geistig unterbelichteten Stilsündern verkorkste Sätze ausschließlich mit entgegen jedem Sprachgefühl wütender Dummheit unsere angesichts mangels Wohlklang überstrapazierten Ohren gequält.

Verschachteltes Kuddelmuddel

Die perfide Krönung eines Schachtelsatzes erreicht der Texter durch das hemmungslose Vermischen aller eben beschriebener Stilsünden (und womöglich noch einiger mehr). Damit geraten selbst geübte Leser aus dem Tritt. Schauen wir uns dazu folgenden Textschnipsel aus einer Imagebroschüre an, die es so zum Glück nie bis in den Druck geschafft hat:

Der Stern von Wotan Prior ging, während er noch unschlüssig war, wie er sein Leben gestalten wollte, auf, als er, kaum dass er in Paris, der Weltmetropole der Haute Couture, angekommen war, wo er sofort die Aufmerksamkeit des Modezars Lars Feldlager, an dem damals niemand, der in der Branche etwas auf sich hielt, vorbeikam, erregte, seine erste Kollektion vorstellte.

Zugegeben, im Alltag trifft man selten auf so einen bizarren Mix aus ineinander verschachtelten Beifügungen, Temporal- und Relativsätzen. Dennoch zeigt das Beispiel, was Schachtelsätze mit einem Text anrichten können. Auch dieser »gordische Sprachknoten« lässt sich am besten mit dem Schwert lösen, also durch Auseinanderschneiden und neues Zusammensetzen in unabhängigen Sätzen. Dann wird auch ein nur mäßig interessierter Leser verstehen, worum es in dem Text geht. Versuchen wir das doch gleich einmal:

Wotan Prior war unschlüssig, wie er sein Leben gestalten wollte. Sein Stern ging auf, kaum dass er in Paris angekommen war. Hier, in der Welthauptstadt der Haute Couture, präsentierte er seine erste Kollektion. Sofort erregte er die Aufmerksamkeit von Lars Feldlager. An dem Modezar kam damals niemand vorbei, der in der Branche etwas auf sich hielt.

Nachdem wir das verbale Monstrum durch den Häcksler gejagt haben, lesen sich die dabei entstandenen Sätze wie geschmiert. Und viel verständlicher ist der Text jetzt obendrein. Zugleich haben wir den Textkorpus um mehr als fünf Prozent verschlankt. Der längste Satz umfasst nun gerade noch 15 Wörter, statt 59 im ursprünglichen Schachtelsatz. Wie Ihnen bestimmt aufgefallen ist, habe ich den Text bewusst nicht von allen Kommas befreit. Jetzt aber gibt es ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Haupt- und Nebensätzen. Abwechslung bringt mehr Dynamik in den Text.

80 % eines guten Textes ist Handwerk.

Nun haben Sie die zehn Gebote für guten Stil kennengelernt. Natürlich gibt es noch weit mehr Empfehlungen, mit denen Sie Ihre Texte verbessern können. Mancher mag sogar eine andere Stilregel für wichtiger halten, als die von mir in dieser Serie vorgestellten »Gebote«. Gut so! Dann wenden Sie Ihre Regeln an. Was die Qualität der Sprachkultur verbessert, kann nicht falsch sein.

Mein Tipp: Gebrauchen Sie die Top Ten des guten sprachlichen Stils täglich, sowohl im gesprochenen wie im geschriebenen Wort. Eingängige und bewegende Texte zu verfassen ist nicht das Privileg von studierten Germanisten und Literaturnobelpreisträgern. Schätzungsweise 80 Prozent eines stilistisch ausgefeilten Textes ist pures Handwerk. Wer die zehn Stilgebote konsequent umsetzt, wird leichter lesbare Texte schreiben. Einfachheit und Verständlichkeit verstärken unweigerlich die Wirkung eines Textes. Und zu guter Letzt wird man sich das so mühelos Gelesene oder Gehörte auch leichter merken. Gute Gründe für guten Stil, finde ich.

Express-Kontakt   Mehr Know-how