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Okt 20. ’1510.00 Uhr

Das Content-Konzept:
Was hat guter Content mit SEO, Responsive Webdesign und der Navigation zu tun?

Von Ralf Isau
Teil 4/6

Content is King. Das haben wir in dieser Reihe, die sich dem Content-Konzept widmet, schon mehrfach festgestellt. Damit der Content sich voll entfalten kann, braucht er ein klares Ziel, eine Kernaussage und ein freundliches Milieu: Der Text steht im Zentrum der Gestaltung. Modernes Webdesign und leichte Bedienung (Usability) dienen der Lesbarkeit. Zum geeigneten Lebensraum für wirksamen Content gehört aber noch mehr. Darum geht es in diesem Teil meiner Content-Konzept-Reise. Lesen Sie los!

Suchmaschinenoptimierung (SEO)

Wer online geht, beginnt fast immer mit einer Suche. Etwa 93 % der Benutzer starten so ihren Gang durchs World Wide Web1. Bei Google treffen weltweit jeden Tag um die 3,5 Milliarden Suchanfragen ein. Immerhin 140 Millionen Suchen kommen aus Deutschland2. Etwa 95 % der deutschen Benutzer wählen für die Suche den Platzhirsch Google. Also circa 133 Millionen Anfragen. Am Tag! Grund genug, der Suchmaschinenoptimierung (SEO) einen festen Platz in Ihrem Content-Management einzuräumen.

SEO ist ein Prozess, der Geduld und Ausdauer erfordert. Und Budget. Es genügt nicht, eine Seite einmal keywordoptimiert zu erstellen. Sie müssen ständig an den Stellschrauben drehen, um Ihre Seiten weiter zu verbessern. Dazu brauchen Sie eine Erfolgskontrolle, die auf belastbaren Zahlen beruht. Kontrollieren Sie daher regelmäßig die wichtigen Kennzahlen (KPIs) Ihrer Website. Welche sind das? Hier eine Auswahl:

Finden Sie, SEO spielt für Ihren Webauftritt keine große Rolle? Vielleicht setzten Sie ja auf bezahlte Klicks (AdWords) oder auf die Offline-Werbung. Oder Ihre Besucher kommen ausschließlich durch externe Verweise zu Ihnen. Sollte das so sein, muss es nicht für immer so bleiben. Womöglich spielen die Suchmaschinen in Zukunft für Sie eine stärkere Rolle. Oder Sie erschließen sich eine Zielgruppe, an die Sie bisher nicht gedacht haben. Diese und weitere Gründe sprechen dafür, zumindest die Grundregeln für suchmaschinenoptimierten Content zu beachten. So erhalten Sie mehr Besucher, ohne ständig Geld ins Online-Marketing oder in andere Werbung zu pumpen.

Bisweilen liefern mir Kunden eine Liste von zwanzig, dreißig oder mehr Keywords und sagen: »Jetzt machen Sie mal. Optimieren Sie die Seite für diese Suchbegriffe.« Die kurze Antwort lautet: »Unmöglich.« Warum? Einen Text auf mehr als zwei Hauptkeywords abzustimmen wirkt unnatürlich. Sowohl Benutzer als auch die Suchmaschinen bestrafen solchen keyword stuffed Content. In extremen Fällen kickt Google die komplette Website aus dem Index.

Folgende Maßnahmen lassen sich leicht umsetzen:

Was hat der letzte Punkt mit SEO zu tun? Darum geht es im nächsten Abschnitt.

Responsive Webdesign (RWD)

Immer mehr Benutzer informieren sich im World Wide Web mithilfe mobiler Geräte wie Smartphones, Phablets und Tablets. Darauf sollten Sie das Layout Ihrer Website abstimmen. Seit Frühjahr 2015 gewichtet Google Seiten höher, die auf mobile Geräte hin optimiert sind. Das RWD reagiert aber auch flexibel auf unterschiedlich dimensionierte Browser-Fenster: Verändert der Benutzer die Größe des Fensters, passt das RWD die Anzeige dynamisch an. So als würde die Seite auf einem anderen Monitor angezeigt. Berücksichtigen Sie daher bei der Gestaltung auf jeden Fall die RWD-Gesichtspunkte!

Menüs: Ohne durchdachte Navigation regiert der Zufall.

Die Navigation genießt in vielen Projekten für neue Webauftritte Ken großes Ansehen. Oft schreibt der Webdesigner die Menütexte. Dabei sind auch die Menüs Content. Ein Texter sollte diese Inhalte für Suchmaschinen und noch mehr für die User optimieren. Untersuchungen über Benutzerverhalten haben gezeigt: Beim Aufrufen einer Webseite betrachtet der Besucher spätestens nach dem großen Bild und der Headline die Navigation. Er will wissen, wo er was findet. Was folgt daraus?Die Benutzerführung muss frei von Widersprüchen und einfach zu verstehen sein. Ein Besucher sollte nach höchstens vier Klicks die Information finden, die er sucht – sonst ist er weg.

Hauptmenü (Hauptnavigation)

Erinnern Sie sich an das principle of least astonischment, das »Prinzip des geringsten Erstaunens«? Teil drei der Reihe gab den Tipp, Benutzer nicht mit einer ungewohnten Bedienerführung auszubremsen. Für kein anderes Element Ihrer Website ist diese Leitlinie so bedeutend wie für die Navigation. Meist gibt es davon auf einer Seite gleich mehrere. Sehen wir sie uns etwas genauer an.

Die Hauptnavigation ist für Benutzer am wichtigsten. Sie sollte nur erstrangige Menüpunkte aufführen. Üblicherweise zieht sie sich oben horizontal über die Seite. Sie umfasst auch das Logo. Es sollte den Blick zur Menüleiste lenken. Ob Sie diese mittig oder rechtsbündig anordnen, ist eine Frage des grafischen Layouts. Das Hauptmenü muss in jedem Fall prominent hervortreten. Gewöhnlich eignet sich eine spezielle, etwas fettere Schriftart, um die Navigation optisch zu betonen.

Bei umfangreichen Websites sollten Sie dem User ein Suchfeld. Warum? Weil jeder Besucher anders tickt. Sosehr Sie über die Navigation gegrübelt haben, einige Besucher kommen damit trotzdem nicht zurecht. Oder sie sind zu ungeduldig. Das Suchfeld ist Ihr Joker. Oft ist es der schnellste Weg zum gewünschten Inhalt auf Ihrer Website. Ein guter Platz für das Suchfeld liegt rechts neben dem letzten Menüeintrag. So bildet es mit der Menüleiste eine optische Einheit.

Die Hauptnavigation zeigt die erste Menüebene an. Benutzer Untermenüs gewohnt, die aufklappen, sobald die Maus über einem Eintrag schwebt. Diese sekundären Menüeinträge können breiter ausfallen als die Punkte im Hauptmenü. Das Untermenü sollte niemals eng wirken. Mit genügend »Luft« zwischen den Einträgen lässt es sich auch auf einem mobilen Gerät mit dem Finger leicht bedienen.

Apropos Touch-Geräte. Auf solchen gibt es kein Hover oder Mouse over, also keinen schwebenden Mauszeiger. Einige Webdesigns zeigen das Untermenü für die zweite Navigationsebene deshalb permanent an. Üblich ist es auch, nach der Wahl des Eintrags auf eine Übersichtsseite zu springen. Hier kann der Besucher dann tiefer in die Hierarchie der Website einsteigen.

Wichtig für das SEO: Verwenden Sie in den Link-Texten der Menüs die Hauptkeywords. Sofern die Anker-Tags ein TITLE-Attribut verwenden, gehören die Suchbegriffe ebenfalls dort hinein. Sie sollten sich dann auch in den Dateinamen sowie in den Meta-Tags TITLE und DESCRIPTION der Zielseiten widerspiegeln. Wenn Sie darauf achten, werden die Suchmaschinen Ihre Seiten höher einstufen.

Redundanz – doppelt gemoppelt ist besser.

Auf manchen Websites können Sie Verweise auf bestimmte Seiten an mehreren Stellen der Navigation finden. Das muss kein Fehler sein. Oft sind diese Redundanzen sogar absichtlich geplant. Jeder Internetnutzer ist anders, denkt anders, surft anders. Stellen Sie also ruhig mehrere Wegweiser auf, die »nach Rom« führen. Denn nichts ist flüchtiger als ein Besucher, der nicht auf Anhieb seinen Content findet.

Sub-Navigation für Sonstiges

Nur zur Erinnerung: Muten Sie Ihren Besuchern nie mehr als vier Klicks zu, um sie zum Wunsch-Content zu führen. Sie können weniger Wichtiges trotzdem im Kopf und/oder Fuß aller Seiten zeigen. Tun Sie es einfach etwas dezenter: in kleinerer Schrift, mit schwächerem Kontrast oder weiter am Rand. Viele Webauftritte verwenden dazu eine Dachzeile. Die Auswahl der Sprache oder Links zu den sozialen Netzwerken bleiben so in Sichtweite. Sie drängen sich aber nicht auf.

Noch ein Tipp für mehrsprachige Websites: Die Ordnerhierarchie sollte die jeweils angewählte Sprache widerspiegeln. Die URL »http://www.example.de/de/« verweist also auf die deutsche Index- bzw. Startseite index.html. Alle Dateien mit englischen Inhalten befinden sich unterhalb des URL-Pfades »http://www. example.de/en/«. In dieser übersichtlichen Struktur finden sich auch die Crawler der Suchmaschinen leicht zurecht.

Webimpressum

Ein weiterer Verweis von untergeordneter Bedeutung ist das Impressum. Die deutsche Rechtsprechung verlangt auf jeder Seite einen deutlich gekennzeichneten Link zum Webimpressum. Unser Vorschlag: Verwenden Sie für solche untergeordneten Links die alternative Navigation in den Fußzeilen. Diese Sub-Navigation befindet sich also ganz unten auf der Seite.

Sitemap

Viele Internetauftritte bieten eine sogenannte Sitemap. Diese bildet die Struktur der Website hierarchisch ab. Ein Verweis von Ihren Fehlerseiten auf die Sitemap hilft verirrten Benutzern dabei, wieder gezielt in den Content einzusteigen. Die »Karte« der Website verteilt zudem wertvolle Rankingpunkte (Linkjuice) von Google & Co. auf die Unterseiten. Und sie erleichtert den Robotern (Crawlern) der Suchmaschinen das Indexieren der Seiten.

Eine Sitemap ist mitunter auch auf einer übersichtlichen Website nützlich. Einmal erstellt, kann sie mit Ihrem Internetauftritt mitwachsen. Der Link zur Map gehört dann in die Sub-Navigation am Fuß jeder Seite oder in das Menü »Sonstiges«.

Grundsätzlich sollte Ihr Webprogrammierer im Hauptverzeichnis eine Datei sitemap.xml anlegen. Sie verweist auf sämtliche öffentlichen Seiten Ihrer Website. Diese Datei ist ein echter Leckerbissen für den großen Google-Fisch. Er findet darin alle Seiten Ihrer Website, die er indexieren darf. Und auch die, von denen er seine virtuellen Finger lassen soll.

Logo

Mittlerweile gehört es zu den Konventionen des Internets, vom Logo oder vom Namenszug auf die Startseite zu verlinken. Die Mehrzahl der Besucher erwartet dieses Navigationselement oben links. Sie tun gut daran, sich an diese Regel zu halten.

Fußzeilen und alternative Navigation

Die meisten Websites bieten dem Besucher am Ende der Seiten einheitliche Fußzeilen an. Die sind nicht nur für den Copyright-Hinweis gut. Einerseits eignen sich die Fußzeilen für Links zu anderen Websites des Unternehmens und seiner Partner. Gut und nützlich ist es auch, im Seitenfuß eine alternative Navigation anzubieten. Sie könnte die wichtigsten Elemente aus der Hauptnavigation wiederholen, zu aktuellen Themen verlinken oder auf Promotionen verweisen.

Selbst die Crawler der Suchmaschinen stürzen sich auf die Fußnavi. Sie liefert ihnen wertvolle Links. Last, not least erweisen sich die abschließenden Verweise auf Mobilgeräten als nützlich: Nach vielem Scrollen findet der Besucher so eine Auswahl zum Weiterlesen. Und das wollen Sie doch.

Ausblick

Wirksamer Content hat viele Seiten. Und das kann durchaus wörtlich gemeint sein. Je nach Bedürfnis eines Besuchers benötigen Sie einen anderen Text. Im Teil fünf dieser Reihe geht es um die verschiedenen Seitentypen und um modernes Webdesign.

Lesen Sie unbedingt Teil 4!


1 Quelle: MIZINE-Blogpost vom 25.4.12
2 Quelle: sz.de (Süddeutsche Zeitung) vom 12.9.2014

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